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Zero Emission Plan für Paris

Category: PARIS COP21

 Zero Emission Plan for Paris

Klimakonferenz 2015 in Paris – wie wir 2 Grad erreichen

Ein einfaches und faires Modell zur weltweiten CO2-Reduktion der aktuell 40 Milliarden Tonnen CO2 durch Zero Emission Profit.

Im Dezember steht die Klimakonferenz in Paris an, nach 25 erfolglosen Jahren nun die letzte Chance, die Temperaturerhöhung der Welt doch noch auf 2 Grad zu begrenzen (1).

Aber wie?

Was brauchen wir dazu?

Wir brauchen dazu eigentlich nur zwei Dinge,

  1. die jährlichen CO2 Emissionen bis 2050 drastisch reduzieren, durch

  2. die breite Einführung Erneuerbarer Energien

 

Mittlerweile verschmutzen jährlich etwa 40 Milliarden Tonnen CO2 die Atmosphäre und verbleiben dort für Jahrhunderte (2), bis sie als saurer Regen herunter regnen.

Um diese Gesamtmenge zu reduzieren, brauchen wir ein weltweites System für den Handel mit CO2-Zertifikaten, einen Weltmarkt für CO2-Zertifikate. Diese Zertifikate für ursprünglich 40 Milliarden Tonnen CO2, kann ab 2020 jedes Jahr automatisch um 1 Milliarde Tonnen CO2 reduziert werden. Und in 25 Jahren hätten wir das Kyoto Ziel von 1997 erreicht, ein halbes Jahrhundert später.

Das Ganze ist organisatorisch einfach, indem die bestehenden und bereits funktionierenden CO2-Zertifikat-Märkte in einem Pariser Abkommen gekoppelt werden, also der EU Markt mit dem Kalifornischen, dem Chinesischen und anderen. Alle Weltregionen, die noch keinen Markt haben, haben bis 2020 Zeit einen solchen aufzubauen oder sich an bestehende anzuschließen.

 

Punkt 1 für das Pariser Abkommen, die weltweite Kopplung der CO2-Zertifikats-Märkte bis 2020.

Dabei sind zwei Probleme zu lösen - bockige Staaten, die nicht mitmachen wollen, und Entwicklungsländer, die auf Ihr Entwicklungspotential pochen.

Die Staaten, die am CO2-Handel nicht teilnehmen wollen, müssten damit rechnen, dass Ihre Produkte ab 2020 weltweit mit einer CO2-Einfuhrsteuer belegt werden – wie jüngst in der New York Times diskutiert (3). Die Erlöse werden dann dafür benutzt, auf dem Weltmarkt entsprechende CO2-Zertifikate nachzukaufen.

 

Punkt 2 für das Pariser Abkommen, die Einführung einer CO2-Einfuhrsteuer für Produkte aus Staaten, die bis 2020 nicht am weltweiten Zertifikatshandel teilnehmen.

Für Entwicklungsländer wie für Industriestaaten gilt, dass das mittelfristige Ziel eine Zuteilung von 1,0 Tonnen CO2 pro Person sein sollte, was bei 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 dann 10 Milliarden Tonnen CO2 sind.

 

Punkt 3 für das Pariser Abkommen, die Definition des Ziels: CO2 emissions bis 2050 auf 10 Millarden Tonnen zu senken.

Und hier kommt die Gretchenfrage, die Crux, die Klimakonferenzen seit Jahrzehnten scheitern lässt:

Gebe ich jedem Land 1,0 Tonnen pro Einwohner? Klingt fair, aber die Industrieländer werden nicht mitmachen, da sie viel mehr ausstoßen.

 

Gebe ich jedem Land soviel CO2-Zertifikate, wie es an CO2 heute ausstößt und reduziere dann nach der Rasenmähermethode alle Länderzuteilungen jedes Jahr um z.B. 2,5%? Hier werden die Entwicklungsländer nicht mitmachen und auf Ihr „Entwicklungspotential“ mit mehr CO2-Emissionen pochen. Reduzieren sollen erstmal die Industrieländer, bis sich alles nivelliert hat, argumentieren sie.

 

Zero Emission-Think Tank hat folgenden „Zero Emission Plan for Paris“ erarbeitet, um diese Gretchenfrage zu lösen:

Erstens erhalten die Industrieländer, die heute 75% der CO2-Emissionen produzieren, auch anfangs 75% der Zertifikate. Die Entwicklungsländer erhalten zunächst 25% der Zertifikate für ihre 25% Emissionen. – Die Industrieländer zufrieden -

 

Zweitens schlagen wir eine 5 jährige Übergangsphase bis 2020 vor, in der die Entwicklungsländer jährlich 1% mehr und die Industrieländer 1% weniger CO2-Zertifikate zugeteilt erhalten. –die Entwicklungsländer zufrieden-

Da die Industrieländer meistens schon CO2-Reduktionsziele bis 2020 definiert haben, sollte sie diese 5-jährige Reduktion auch nicht treffen. Wichtig ist, dass die Entwicklungsländer nun mehr Zertifikate erhalten, als sie heute brauchen. Und damit können sie Geld verdienen.

 

Drittens spricht zunächst nichts dagegen, erst einmal die Zuteilung an die Industriestaaten in den folgenden 20 Jahren zu reduzieren, die erhöhte Zuteilung an die Entwicklungsländer aber bleibt auch nach 2020 konstant.

Letztere können diese zuviel zugeteilten CO2-Zertifikate ja an die Industriestaaten zurückverkaufen, und tun das bestimmt auch schon allein deshalb gern, um diese Einnahmen zu generieren. Und diese Einnahmen fließen auch nur, solange ihr eigener CO2-Ausstoß nicht ansteigt.

 

Punkt 4 für das Pariser Abkommen, eine faire Zuteilung der CO2-Zertifikate von 2015-2020: Industrieländer erhalten den Status Quo mit jährlich 1% weniger Zertifikaten bis 2020 und ab 2020 jährlich 2,5% weniger. Entwicklungsländer erhalten bis 2020 jährlich 1% mehr und nach 2020 weiterhin konstante Zuteilungen.

 

Hemmt das die wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungsländer?

Ganz und gar nicht, denn die Welt ist nicht mehr die fossile Kyoto-Welt der 90iger. Wir stehen heute vor einem Paradigmenwechsel: Erneuerbare Energien sind heute weltweit für schätzungsweise 95% der Weltbevölkerung kostengünstiger, als fossile (4), insbesondere wenn die Subventionen konventioneller Energien in Höhe von jährlich 5 Billionen US-Dollar oder 6,5% des Welt-Bruttosozialproduktes schrittweise reduziert würden (5).

 

Punkt 5 für das Pariser Abkommen, das weltweite Auslaufen sämtlicher Subventionen konventioneller Energien bis 2020 festschreiben.

Die Entwicklung der Entwicklungsländer auf fossiler Basis ist nämlich teuer geworden, es ist heute volkswirtschaftlich günstiger gleich in dezentrale Erneuerbare Energien, allen voran Sonnen- und Windenergie zu investieren - mit mittelfristig unschlagbar günstigen Grenzkosten nahe Null. Und wie gesagt, durch den Verkauf der „zuviel“ zugeteilten CO2-Zertifikate können Entwicklungsländer diese heute schon kostengünstigere Lösung finanzieren und sofort, mittel- und langfristig doppelt profitieren.

Die Bedeutung der nun günstigen Erneuerbaren Energien für die Welt ist dramatisch: Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel für die Weltwirtschaft! Wir reden somit nicht mehr von den Milliarden Kosten, um den Klimawandel in den Griff zu kriegen, sondern wir reden ab jetzt von Profit. Von Zero Emission Profit. Wer rechnen kann macht Energiewende! Alle anderen zahlen ab jetzt drauf. Das ist die key-message für die Klimakonferenz in Paris! Wir brauchen jetzt den massiven, weltweiten Ausbau sowieso schon kostengünstigerer Erneuerbarer Energien!

 

Punkt 6 für das Pariser Abkommen, ein Ziel für den weltweiten Ausbau Erneuerbarer Energien zu definieren: Energie aus Erneuerbaren sollte 80% bis 2050 decken. Als Zwischenschritte 20% bis 2020, 30% bis 2030, 50% bis 2040 und 80% bis 2050. Alles für Zero Emission Profit.

 Zusammenfassend

ist der „Zero EmissionPlan“ fair für beide: Entwicklungsländer verkaufen ursprünglich zuviel zugeteilte Zertifikate und finanzieren damit gleich kostengünstigere Erneuerbare Energien. Ein doppelter Gewinn. Das hält CO2-Emissionen niedrig und damit sprudelt die CO2-Zertifikatsquelle jahrzehntelang weiter – Entwicklungsländer zufrieden. Industrieländer reduzieren CO2 in den kommenden Jahrzehnten, was mit einem Umstieg auf Erneuerbare Energien einhergeht, alte Kraftwerke werden in den kommenden Jahrzehnten durch Erneuerbare Energien ersetzt. Diese Energiewende ist für Deutschland heute schon kostengünstiger als in teuren, konventionellen Strukturen zu verharren. Ein dramatischer Paradigmenwechsel: Es geht nicht mehr um die Milliarden Kosten, den Klimawandel in den Griff zu kriegen, sondern um den Profit mit Erneuerbaren. Um Zero Emission Profit. Und da China, Indien, Canada und USA bessere Sonnen- und bessere Windresourcen haben, als Deutschland, gilt für sie wie für die meisten Staaten der Welt jetzt das Gleiche: Wer rechnen kann macht Energiewende – Industrieländer zufrieden (6).

 

Und Paris wird zum Selbstläufer.

 

Dr. Ingo Stuckmann, Zero Emission-Think Tank Artikel auf www.zepface.it

 

 

 

Zero Emission Plan“von Zero Emission - Think Tank

 


Vorschlag einer fairen Verteilung der CO2-Zertifikate zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Letztere erhalten anfangs höhere Zuteilungen, um den Aufbau mittlerweile kostengünstigerer Erneuerbarer Energien in dezentralen Strukturen zu finanzieren.

 



 REFERENZEN

(1)     Worum geht es in Paris? Die Klimakonferenz hat Auswirkungen für Jahrhunderte.*

(2)     Zero Emission People und der Atem des Columbus, CO2 und die Klimahypothek für 500 Jahre.*

(3)     Konzept einer CO2 Einfuhrsteuer : http://www.nytimes.com/2015/06/03/business/energy-environment/climate-deal-badly-needs-a-big-stick.html

(4)     Zero Emission People – CO2 frei leben (2015), Kapitel 5 Flankierende Maßnahmen, Dr. Ingo Stuckmann / Buch auf www.ZeroEmissionCalculator.com/zep-shop  - free download

Ebenso Referenzen (8) und (9).

(5)     Global energy subsidies fuel climate change, says IMF study

http://www.ft.com/cms/s/0/7c6512a6-fd27-11e4-b072-00144feabdc0.html#axzz3i12rS6ku

(6)     Paris und der (Erneuerbare Energien) point of no return Eine Zero Emission Profit-Strategie.*

AKTUALISIERTE REFERENZEN Oktober-2015:

(7)     Klimakonferenz in Paris – ein Silberstreifen am Horizont Zusammenfassung der Situation.*

(8)     Paris COP21 - ein Selbstläufer: extrem günstige Erneuerbare Energien! Rooftop-Solar mit 25% Eigenstromverbrauch in Spanien bei nur noch 1,7 cent, Windenergie Großprojekte bei wenigen cents. Kohlekraftwerke liegen laut Bloomberg New Energy Finance bei 7,2-10,5 $cents pro kWh.*

(9)     Wind and solar boost cost-competitiveness versus fossil fuels Kohlekraftwerke liegen laut Bloomberg New Energy Finance bei 7,2-10,5 $cents pro kWh.  Bloomberg New Energy Finance, Press release October 6, 2015, www.bloomberg.com                                                                                      

(10)  Ein Selbstläufer für Paris Statt über Kosten zu streiten, einfach Ausbauziele günstigerer Erneuerbarer definieren. Politisch weltweit einfach vermittelbar.*

(11)  Zero Emission Plan for Paris Ein einfaches und faires Modell zur weltweiten CO2-Reduktion.*

 

*alle Zero Emission Think Tank Artikel auf let`s face it,www.zepface.it

 

 

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