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Was hat Las Vegas mit Suedlink zu tun?

Category: SONSTIGE

Story: „last call for flight 123 from Boston to Las Vegas“ – Ich gehe an Board und der Flieger ist voll, auf nach Las Vegas! Nur, was mache ich eigentlich in Vegas? Geld sparen? Unser Hotel ist ziemlich günstig, mit Casino versteht sich, und ein 12 oz steak gibt es für 5 Dollar. Fühl Dich gut und spiele, scheint das Motto zu sein.

Am nächsten morgen fahren wir los. Quer durch Nevada, auf der Suche nach geeigneten Standorten für Windparks und Solaranlagen. Und 3 Tage später sehen wir einen interessanten kleinen Strommasten, vielleicht 20m hoch.

Meistens haben Strommasten 3 Leitungen für 3 phasigen Strom, warum hat dieser nur 2 Leitungen?Und warum, kleiner Strommast, hast Du so dicke Kabel?

Der „Zwergen“-Mast mit den dicken Kabeln gibt uns Rätsel auf. Und überhaupt stellt sich die Existenzfrage, wo kommen Deine Leitungen her und wohin gehen sie?

Wir folgen Ihnen, für Stunden, für Tage, für Wochen. Die „Zwergen“-Masten führen direkt nach Los Angeles. Und 1,000 Meilen vorher fangen sie im Norden von Oregon an, am mächtigen Columbia River.

Was wir entdeckt haben, ist eine der grössten Stromtrassen der USA, der „Pacific DC Intertie“, der seit 40 Jahren günstigen erneuerbaren Strom, Wasserstrom, vom mächtigen Columbia River zu den Bevölkerungszentren nach Californien bringt !

Und das ist des Rätels Lösung:

-Wegen geringer Transportverluste handelt es sich um eine Hochspannungs-Gleichstromtrasse (HGÜ).

-Gleichstrom produziert keine elektronmagnetischen Wechselfelder, also nicht den üblichen „Elektrosmog“ (1).

 -für eine Gleichstromtrasse reichen vergleichsweise kleine 20-30m „Zwergen“-Masten mit dicken Kabeln für ganz viel Strom, hier 3.000 Megawatt!

Auch in Deutschland wird derzeit eine HGÜ Trasse geplant, Suedlink, die von Hamburg 4.000 MW Windstrom nach Grafenrheinfeld in Bayern übertragen soll (2).

Auch hier sollten, wie bei Las Vegas kleine Masten reichen.

Und wie rechnet sich das?

Wir haben es durchgerechnet, und die Trasse amortisiert sich nach ca. 11 Jahren. Danach erwirtschaftet sie jedes Jahr 350 Millionen Euro „Zero Emission Profit“.

 Zum Vorteil der Verbraucher in Bayern. 

Economics: Hier ist die Berechnung, eine Einschätzung:

Suedlink soll eine Länge von 800 km haben und 4.000 MW Gleichstrom übertragen. Die Kosten werden vom Netzbetreiber Tennet mit „unterem einstelligen Milliardenbereich“ angegeben (2), sagen wir der Einfachheit halber z.B. 4 Milliarden Euro, also 400 Milliarden Cent.

Wenn wir nun 400 Milliarden Kilowattstunden Strom durch die Trasse leiten, lägen die Transportkosten bei 1 cent pro kWh oder 133 Milliarden kWh bei 3 cent.

In Bayern liegen die Gestehungskosten für Windenergie etwa 3 cent über den Gestehungskosten an der norddeutschen Küste (3), je kWh.

Der Wind bläst auch nicht immer, sagen wir die Auslastung der Trasse liegt bei 33%.

Damit amortisiert sich die Trasse wie folgt:

4 Millionen kW * 8760 Stunden/Jahr * 0.33 Auslastung * 0.03 Euro/kWh günstigere Gestehungskosten im Norden = 350 Millionen Euro Kostenvorteil pro Jahr (4 Millionen kW=4 Millionen kWh pro Stunde)

Der Kostenvorteil, Windenergie im Norden zu produzieren, beträgt also gegenüber Süddeutschland für die 4.000 MW Trasse etwa 350 Millionen Euro, pro Jahr.

4 Mrd. Euro Investition Suedlink : 350 Millionen Euro p.a. Kostenvorteil = 11 Jahre Amortisation

Wenn Suedlink nun 4 Milliarden Euro kostet, liegt die payback Zeit bei 11 Jahren.

Danach erwirtschaftet Suedlink jedes Jahr 350 Millionen Euro Zero Emission Profit.

Die Verbraucher im Süden wird es freuen.

Anm: Jede kWh Windstrom ersetzt eine konventionelle kWh und vermeidet dadurch 0,5 kg CO2. 

  1. http://www.energie-lexikon.info/hochspannungsleitung.html

  2. http://suedlink.tennet.eu/fileadmin/tennet/Downloads/14_Broschuere_SuedLink_korr12.pdf

  3. http://www.wind-energie.de/sites/default/files/download/publication/kostensituation-der-windenergie-land-deutschland/20131112_kostensituation_windenergie_land.pdf

 

 

Latest update 2014
CO2 savings 6 Millionen Tonnen pro Jahr
Zero Emission Investment 4 Milliarden € ein Mal
Payback 11 Jahre
Zero Emission Profit 350 Millionen € pro Jahr nach Payback
Potential 12 Milliarden kWh für 4 Millionen Haushalte
Country Deutschland
Rating +++
Author Ingo Stuckmann
Start of story 2014
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